„Kinder orientieren sich an dem, was wir tun, nicht an dem, was wir sagen.“
Darunter versteht man die Angst der Kinder und Jugendlichen vor sozialen Situationen mit Gleichaltrigen oder fremden Erwachsenen. Die Kinder sorgen sich maßlos darüber, ob ihr Verhalten den Ansprüchen Dritter gerecht wird. Sie befürchten,
- man beurteile ihr Verhalten als sonderlich, wunderlich, komisch
- sie blamierten sich
- die Verhaltensblockade sei unüberwindbar
Typische Angstsituationen diesbezüglich wären z. B., wenn Kinder oder Jugendliche
- eine Rede in der Öffentlichkeit halten oder
- in Anwesenheit Dritter telefonieren sollen
- ein Volksfestbesuch bevorsteht
- der Kritik Dritter ausgesetzt sind
Kinder/Jugendliche wissen i. d. R., dass ihre Angst unmotiviert ist. Sie nehmen Angstsituationen wahr und versuchen deshalb, solchen Situationen auszuweichen.
Eine verlässliche Diagnose ist erst bei Kindern im Alter von ungefähr acht Jahren möglich. Manifestieren sich die Symptome verstärkt im Alter von 10-15 Jahren, muss dringend interveniert werden, weil eine soziale Phobie selten sich von selbst zurückbildet. Unbehandelt wirkt sie dann chronisch.
Auch andere Verdachtsdiagnosen müssen ausgeschlossen werden. Eine möglichst frühe professionelle Therapieintervention minimiert das Risiko einer schweren generalisierenden Phobie.