„Äußerlich bin ich fröhlich, bin ich allein, dann weine ich …“
NSSV (Nicht-suizidale Selbstverletzung) ist eine Autoaggression. Im selbstverletzenden Verhalten äußern sich Anzeichen häufig vieler möglichen kinder-/jugendpsychiatrischer Störungsfelder. Vereinzelt können wir diese Zeichen auch bei Jugendlichen ausfindig machen, ohne einen konkreten Hinweis auf eine psychische Erkrankung. Die bewusste, selbst zugefügte Verletzung des Gewebes mit hoher Neigung zur Wiederholung.
Selbstverletzungen sind Anlass für eine umfangreiche Diagnostik und konsequente Therapie.
Es ist anzunehmen, dass bei einer Selbstverletzung körpereigene Glückshormone (Endorphine) ausgeschüttet werden. Diese endogenen Opioide erklären das Verlangen nach Wiederholung der Selbstverletzung, sodass das Gleichgewicht der körpereigenen Opioide nicht mehr gestört ist. „Ritzen“ kann somit ein Ventil sein, sich von psychischem Druck zu befreien.
Die Palette des NSSV ist breit gefächert und reicht bspw. vom Verschlucken von Glasresten über extrem exaltiertes Kauen von Fingernägeln oder dem oberflächlichen Hautritzen meist an den Unterarmen/Beinen bis zur Dermatillomanie, eine Impulskontrollstörung. Betroffene kratzen/quetschen an unwiderstehlich an Akne-Pickeln/-Mitessern.
Fast immer spielen mehrere Faktoren dieser Möglichkeiten zusammen. Gewöhnlich beginnen Selbstverletzungen im Alter von 12-13 Jahren. Kommt es im Vorschulalter bereits zu einer Selbstverletzung, ist die Ursache häufig eine autistische Störung.