Schlafstörungen

Schmetterling

„Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?“ „Das hängt zum großen Teil davon ab, wohin du möchtest.“

(Alice im Wunderland, Lewis Caroll)

Unter einer Schlafstörung versteht man, wenn jemand schlecht ein-/durchschläft und am Tag verstärkt müde ist. Damit verbunden ist auch das Schnarchen und die obstruktive Schlafapnoe (nächtliche Atemaussetzer von mindestens 10‘‘, häufig kombiniert mit Schnarchen: erhöhtes Schlaganfall-/Herzinfarktrisiko). Bis zu 20% der Kinder/Jugendlichen sind davon betroffen.

Man unterscheidet fünf nächtliche Schlafzyklen, wobei ein Zyklus 90‘ ausmacht:

  1. Phase des Einschlafens
    Zustand zwischen Schlafen/Wachen; Entspannungsphase; äußere Reize werden noch wahrgenommen
  2. Phase des Leichtschlafes
    Puls verlangsamt sich, Atmung wird tiefer
  3. Phase des leichten Tiefschlafs
    Muskeln entspannen sich weiter, Atmung/Herzschlag werden langsamer
  4. Phase des Tiefschlafs
    Wichtigste erholsamste Schlafphase, Regenerationsphase; Puls, Atmung, Blutdruck arbeiten auf niedrigstem Niveau, Gehirn verarbeitet Vorkommnisse des Tages
  5. Phase des Traumschlafs
    Intensivste Traumphase; typisch: schnelle Augenbewegungen, Lider geschlossen; Dauer ca. 10‘; Muskeln vollständig entspannt

Die Phasen 3 und 4 sind physisch/psychisch besonders erholsam, die Hirnaktivität ist auf ein Minimum beschränkt. Die Phasen 1-4 nennt man NON-REM-Schlaf, die Phase 5 ist die REM-Phase (Rapid Eye Movement). Letztere ist die Phase, in der sich oft sich wiederholende, beklemmende Träume einstellen (Albträume). Sie sind erst dann pathologisch, wenn sie häufig auftreten und leidbesetzt sind.

Ausprägungen von Schlafstörungen:

  1. Insomnien
    Zu wenig Schlaf, Ein-/Durchschlafstörung; typische Störung bei Kleinkindern
  2. Hypersomnie
    Zu viel Schlaf (Schlafsucht), verdichtete Tagesmüdigkeit; häufig in der Adoleszens
  3. Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen
    Chronischer, zyklischer Verlauf; Schlaf-Wach-Rhythmus; Betroffene können bewährte Routine nicht einhalten; häufig im Jugendalter
  4. Parasomnien
    Häufig im Vorschulalter; gestörtes Schlafverhalten: Albträume, Schlafwandel, Erwachen aus Tiefschlaf: Pupillenweitstellung, Schwitzen, Herzrasen, Desorientierung, kein Erinnerungsvermögen.