„Kindererziehung heißt Kindern Achtung zu schenken.“
Darunter versteht man eine persönliche Korrelation zwischen den angeborenen charakterlichen Wesensmerkmalen und gesellschaftlichen Einwirkungen. Betroffene wollen ihr Verhalten ändern, sind aber dazu selbst nicht fähig. Ein wichtiges Kriterium ist der individuelle Leidensdruck und das ungenügende soziale Anforderungsprofil.
Die Persönlichkeitsstörung beginnt im frühen Jugendalter (14 Jahre) und ist meist im frühen Erwachsenenalter ausgereift. Anzeichen gibt es aber auch schon im Kindesalter, meistens aber ohne individuellen Leidensdruck. Dieser entwickelt sich erst während der Abfolge des Störungsprozesses. Die Symptome einer Persönlichkeitsstörung müssen über Jahre hinweg eine ausgeprägte Stabilitätsrate (kognitiv, rezeptiv, korrelativ) haben. Sie treten in differierenden Lebensumständen auf. Letztlich artikulieren sie sich in Form von gestörten zwischenmenschlichen Beziehungen.
Eine Diagnose sollte eher nicht vor dem 16. Lebensjahr gestellt werden, weil die Entwicklungskapazität noch nicht ausgeschöpft ist und das Merkmal „stabiles Reaktionsmuster“ noch nicht gegeben ist. Eine frühere Diagnose sollte nur i.S. eines „Verdachts auf Entwicklung einer Persönlichkeitsentwicklung“ ausgestellt werden. Allerdings können therapeutische Ansätze bereits im Frühstadium angewandt werden.
Typische Symptome sind etwa unstete Gemütsschwankungen oder wenn minimalste Verunglimpfungen negative Stimuli (niedrige Frustrationstoleranz) produzieren. Auch aggressive Wutausbrüche oder ein gestörtes Selbstbild können Anzeichen einer Persönlichkeitsstörung sein.
Die Schwierigkeit liegt darin, zahlreiche Varianten dieser Störung zu erkennen und zu differenzieren. Beispiele dafür wären die narzisstische-, paranoide oder die histrionische (schauspielerische) Persönlichkeitsstörung.
Auch gilt es zu beachten, dass zur Grunderkrankung weitere Störungen (z. B. eine Depression) ausgeschlossen werden müssen.