Pathologischer Medienkonsum

Schmetterling

„Zu wissen, was man weiß und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.“

(Konfuzius)

In einer komplexen mediengestützten Gesellschaft (SMS, MMS, Chatten, mobiles E-Mail, Internet…) ist es schwierig zu definieren, wo die Grenze zwischen einer altersgemäßen Entwicklung und einer behandlungsbedürftigen Krankheit liegt.

Die Transformation adäquaten Medienkonsums bis zum Ausbruch eines lähmenden pathologischen Medienkonsums ist gleitend.

Man darf nicht a priori unterstellen, dass Kinder und Jugendliche, die intensiv im Internet surfen, psychisch gestört sind.

Medienkonsum ist per se keine psychische Störung. Vielmehr ist es so, dass Symptome anderer psychischer Störungen mit pathologischem Medienkonsum vermengt werden.

Warnzeichen für eine nachteilige Steigerung des Medienkonsums:

  • Verlust der Kontrollfähigkeit in Bezug auf Beginn, Dauer, Ende
  • omnipotentes Streben nach Medienkonsum

(andernfalls psychische/physische Entzugserscheinungen: Schlafstörung; Tag-Nacht-Rhythmus-Verschiebung, Unruhe, Gereiztheit)

Vernachlässigung

  • sozialer Kontakte zu Gleichaltrigen in der Freizeit
  • alltäglicher Probleme trotz negativer Konsequenzen

Computerspiel-Störung

Voraussetzung für dieses Störungsfeld ist eine längerfristige Dauerhaftigkeit bezüglich der

  • Kontrolle über die Frequenz
  • Präferenz vor allen anderen Aktivitäten des Alltags
  • Weiterverfolgung trotz negativer Folgen (z. B. Verlust der Freunde, Übergewicht, Kopfschmerzen)

Ziel muss ein kontrollierter Umgang (Medienkompetenz) mit den elektronischen Medien sein. Die elterliche Vorbildfunktion in den ersten zehn Jahren ist äußerst wichtig und wird oft unterschätzt.

Hilfreich ist ein gemeinsames Eltern-Kind- Erleben des Medienkonsums. Eltern sollten aber auch ihren Kindern je nach Alter verantwortungsbewusst einen selbstständigen Umgang mit elektronischen Medien ermöglichen. Exzessives PC-Spielen beinhaltet häufig das Verlangen nach Macht, Erfolg, Kontrolle, was der reale Alltag ausschließt.