Depressionen

Schmetterling

„Ohne Tränen hätte die Seele keinen Regenbogen.“

(Hermann Hesse, Demian)

Depressionen äußern sich hier als periodische Eskalation von Stimmungsbildern. Kinder und Jugendliche verhalten sich bspw. freudlos, niedergeschlagen, antriebs-/interessenlos, reizbar. Auch klagen sie über diffuse, temporelle Schmerzsymptome.

Die Dauer der Symptomatik bezieht sich ausnahmslos auf fast alle alltäglichen Situationen und hält mindestens zwei Wochen an.

Zusammenfassung (Auswahl):

Altersgruppe              Besonderheiten der depressiven Symptomatik
Kleinkinder (1-3 Jahre)trauriger, teilnahmsloser Gesichtsausdruck, erhöhte Reizbarkeit, häufiges Weinen, überängstlich, Schlaf-/Essstörungen, selbstinitiiertes Verhalten: Wippen mit den Füßen, überzogenes Daumenlutschen, Spielen: eingeschränkte Kreativität
Vorschulkinder (3-6 Jahre)ergänzend: leicht irritierbar, stimmungsschwankend, freut sich kaum, bewegungsarm, verschlossen, reserviert, verändertes Essverhalten (Zunahme/Abnahme des Gewichts, erneutes Einnässen/Einkoten
Grundschulkinderz. T. Verbalisierung emotionaler Störungen, Probleme mit Strukturierung des Tagesablaufs, Leistungsprobleme, Angst vor ungenügender Wertschätzung, mögliche Suizidgedanken
Pubertät, JugendlicheGefühlsschwankungen (tageszeitabhängig), Störungen (Leistung, Selbstverletzungen, Suizidgedanken, Psychosomatik), Substanz-/Alkoholmissbrauch, vermindertes Selbstvertrauen, gestörtes sexuelles Verlangen, Gleichgültigkeit (Freunde, Hobbys)

Es ist schwierig, einen „normalen“ Entwicklungsverlauf im Jugendalter von einer Depression abzugrenzen, weil vorübergehende Stimmungsschwankungen wie bspw. „Gereiztheit“ auch übliche pubertäre Symptome sind. Ist die erstmalige Stimmungsstörung kurz, ist die depressive Symptomatik bei Kindern und Jugendlichen geringer ausgeprägt, hält sie länger an, sind die Symptome oft psychotisch (z.B. Wahnvorstellungen: Versagen, Sünde, Schuld, Prekariat, Wertlosigkeit, Hypochondrie).