Schizophrenien

Schmetterling

„Nicht jede Form der Schizophrenie passt in ein Schubfach!“

Schizophrenie verunsichert sowohl das Denken als auch die Emotionen der Betroffenen, so dass die Realität signifikant destabilisiert ist. Diese konkretisiert sich i. d. R. als Wahnvorstellung, d. h. die Einschätzung der Realität bleibt unkorrigiert oder in Form einer Halluzination, d. h. Betroffene registrieren Sinneswahrnehmungen ohne korrespondierende Sinnesreize.

Eine Schizophrenie muss mindestens vier Wochen anhalten. Schizophrenien gehören zur Krankheitsgruppe „Psychosen“. Umgangssprachlich bezeichnet man Schizophrenie als „gespaltener Geist“. Dies darf nicht verwechselt werden mit einer „gespaltenen Persönlichkeit“, die „andersartig“ ist. Das Verhalten ändert sich nur sukzessiv, d. h. das Bewusstsein ist bei einer Schizophrenie demnach nicht begrenzt.

Schizophrenien haben meistens eine Vorgeschichte. Sie können sich über Jahre unspezifisch entwickeln, bis sie voll ausbrechen. Die Störungen verlaufen meist phasen-/schubförmig, wobei Quantität und Zeitpunkt der Schübe nicht prognostizierbar ist. Schizophrenien sind im Kindesalter äußerst selten. Im Jugendalter manifestieren sie sich im Alter von 13-18 Jahren.

Wir konzipierenerstens Störungsentwürfe mit positiver Symptomatik. Dieses Muster entfaltet i. d. R. bei akuter Schizophrenie konstruktive Symptome (z. B. Halluzinationen, Wahn etc.). Insbesondere bei chronischem Verlauf der Schizophrenie artikulieren sich zweitens negative, nicht-konstruktive Symptome. Der normale Erlebnishorizont ist eingeschränkt (z. B. Antriebsstörung, affektive Verflachung, Konzentrationsstörungen, Anhedonie etc.).

In diesem akuten Krankheitsverlauf hören die Betroffenen z. B. Stimmen oder fühlen sich verfolgt. Sie lehnen jegliche Verortung eines Krankheitsbildes ab. Im chronischen Krankheitsverlauf sind spezifische Funktionen/Emotionen eingeschränkt. Die Betroffenen ziehen sich zurück, sind interesse-/antriebslos, äußern kaum Gefühle, vernachlässigen ihr Äußeres.

Das Krankheitsbild der Schizophrenie ist abschließend nicht geklärt. Die jeweilige Ursache ist vermutlich multifaktoriell. Zum Ausbruch der Schizophrenie kommt es letztlich erst dann, wenn Betroffene die sich auftürmenden Ereignisse nicht mehr bewältigen können. Die Schizophrenie selbst ist nicht vererbbar. Vererbbar ist nur die Veranlagung zu psychischen Krankheiten.