„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“
Die Behandlungsmöglichkeiten des Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms mit/ohne Hyperaktivitätsstörung sind vielfältig. Welcher Therapieansatz letztlich der optimale ist, hängt von den individuellen AD(H)S-Symptomen ab. Je früher die Störung erkannt wird, desto besser.
Die Symptome von AD(H)S sind differenziert. Kinder/Jugendliche signalisieren nicht den altersgemäßen Entwicklungsstand und bekunden eine signifikante motorische Unruhe und hohe Impulsivität. Dabei treten diese Symptome unpassend, stetig und situationsübergreifend auf. Sie können alle Lebensbereiche der betroffenen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen beeinträchtigen.
Aufmerksamkeitsstörungen äußern sich z. B. durch unzulängliche Zielorientierung des Verhaltens, erhöhte Ablenkbarkeit, defizitäre Planung, ungenügende Organisation bei der Aufgabenlösung, nicht konsequentes zu Ende führen angefangener Aufgaben, Flüchtigkeitsfehler, Schwierigkeiten zuzuhören, Vergesslichkeit.
Bei pubertierenden Jugendlichen tritt anstelle der Hyperaktivität oft Antriebslosigkeit (Null-Bock-Haltung). Dominierten im Kindesalter häufig aggressives Verhalten auch in Form von Wutanfällen, werden diese Verhaltensattribute jetzt substituiert bspw. durch Angst, reduziertes Selbstbewusstsein, Depressionen, höhere Risikobereitschaft, Schulschwänzen.
Auf der Grundlage definierter ADHS-Diagnosekriterien erstellen wir unsere Diagnose. Darauf aufbauend erfolgt dann ein individuelles Beratungsgespräch, zunächst mit dem Kind/ dem (der) Jugendlichen, den Eltern und ggf. mit weiteren wichtigen Kontaktpersonen. Das gemeinsame Gespräch soll Eltern entlasten und ihr Vertrauen in die eigene Erziehungskompetenz stärken. Für das weiter Procedere ist es von großer Bedeutung, wie die Beteiligten die Ausprägung der Aufmerksamkeitsstörung persönlich wahrnehmen, wie ADHS den Alltag dokumentiert.
Unser Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen zu befähigen,
- Verhaltensweisen selbst zu beeinflussen und dabei auch Grenzen zu erkennen
- sich selbst zu ändern
- wiederkehrende Prozesse im Alltag zu strukturieren
- die Selbstmotivation zu fördern
Auch ist die Symptomatik je nach Altersklasse (Vor-/Schul-/Jugendalter) unterschiedlich. Voraussetzung für eine erfolgversprechende Therapie ist es, dass beide, der Patient /die Patientin und der Therapeut/die Therapeutin, gemeinsam ein vertrauensvolles Verhältnis aufbauen und offen miteinander kommunizieren.