„Der Sprung ins kalte Wasser fühlt sich nicht wärmer an, wenn man später springt.“
Angst ist nicht per se eine Krankheit. Ursache kann z.B. eine qualifizierte physiologische Aktivierung des Sympathikus sein. Das Verhalten eines Kindes, das Angst vor Hunden hat, ist nicht krankhaft. Es ist eine adäquate Reaktion auf eine mögliche bedrohliche Situation. Auch können Ängste entwicklungsgemäß phasentypisch sein und müssen deshalb nicht therapiert werden. Es muss deshalb diagnostiziert werden, ob bei den Kindern/Jugendlichen
- der Ablauf des Alltags auffällig ist
- es sich um untypische, nicht altersadäquate, überspannte Ängste handelt
- die Ängste länger anhalten
Kinder und Jugendliche sind bezüglich Angststörungen Risikopatienten. Dabei differenzieren wir zwischen Störungen, die sich internalisiert artikulieren und solchen, die sich externalisiert äußern. Internalisierte Störungen wirken auf das soziale Umfeld weniger belastend als externalisierte Komplikationen (AD(H)S, Sozialverhalten), deren Symptome deutlich ausgeprägt sind.
Die Ursachen für Angststörungen können vielseitig sein und treten häufig ambivalent auf. Beispielsweise können bestimmte Erziehungsstile oder belastende Traumata zuträglich sein. Auch die Bestärkung von Vermeidungsstrategien ist konstruktiv für Konflikte, weil Kinder und Jugendliche es dann nicht gelernt haben, mit Problemlösungen umzugehen.
Angstsymptomatik lässt sich nicht separat diagnostizieren, weil sie oft Element einer substanziellen Störung ist wie z.B. eine depressive Störung.